Startseite_1920x640.jpg
buehnenbild_Zelck_Rettungsdienst_DRK_Bitburg_hq-Q__01_.jpg
Wohngruppe SeppenradeWohngruppe Seppenrade

Sie befinden sich hier:

  1. Angebote
  2. Wohngruppen
  3. Wohngruppe Seppenrade

Unsere Wohngruppe

Bild: DRK
Bild: DRK

Die Wohngruppe speziell für minderjährige Flüchtlinge und Jugendliche mit Flucht-/ Migrationshintergrund ab dem 13. Lebensjahr, verfügt über 10 geräumige Einzelzimmer (ca. 15 qm) mit eigenem Badezimmer (ca. 4 qm), ein gemeinschaftliches Wohnzimmer, eine Küche sowie ein Mitarbeiter Büro und ein separates Bereitschaftszimmer für die MitarbeiterInnen der Wohngruppe. Das Gelände auf dem sich die Wohngruppe befindet zeichnet sich durch seine parkähnliche Gestaltung aus und bietet die Möglichkeit sich zurückzuziehen und Ruhe zu finden. Durch das für die Jugendlichen frei zugängliche Internet in allen Zimmern der Wohngruppe und auf einem großen Teil des Geländes, bietet die Wohngruppe den Jugendlichen außerdem die Möglichkeit via Internet mit ihren Angehörigen in der Heimat in Verbindung zu bleiben bzw. überhaupt erst eine Verbindung aufzunehmen.

Das Team der Wohngruppe besteht aus fünf pädagogischen Fachkräften im fortlaufenden Schichtdienst, einer pädagogischen Fachkraft in Kernarbeitszeit und einer Hauswirtschaftskraft.

Die Unterbringung erfolgt gemäß der §§ 27, 34, 36, 41 SGB VIII. Ein möglicherweise notwendiges Clearingverfahren kann exklusiv zu dieser Leistung durchgeführt werden.

Die Arbeit in der auf männliche Jugendliche mit Fluchthintergrund spezialisierten Wohngruppe orientiert sich an systemischen und konstruktivistischen Grundsätzen und räumt der besonderen Situation der geflüchteten Jugendlichen einen besonderen Stellenwert ein. So werden die Jugendlichen im Alltag in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung unterstützt und erhalten zusätzlich eine Begleitung in ihrem Asylverfahren bzw. bei der Abwägung der geeignetsten Aufenthaltsperspektivmöglichkeit. Innerhalb dieser Grundvoraussetzungen der Wohngruppe, dient die Wohngruppe den Jugendlichen als ein sicherer Ort, der ihnen die Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung gibt und ihnen ermöglicht sich u.a. mit ihrer individuellen Fluchtgeschichte auseinanderzusetzen.

Die internationale Klientel der Wohngruppe fördert bereits im alltäglichen Miteinander das Verständnis für ein gleichberechtigtes Leben innerhalb der deutschen Gesellschaft, welches u.a. auch durch das Vorleben des vielfältig aufgestellten MitarbeiterInnen Teams vermittelt wird.

Die Nationalität der Jugendlichen spielt bei der Aufnahme keine Rolle und die Aufnahme in die Wohngruppe ist nicht auf spezielle Nationalitäten festgelegt. Die Grundsätze der Einrichtung und damit auch der Wohngruppe beinhalten die Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes, welches sich der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität verpflichtet hat.

Eine Vielfalt der Nationalitäten sehen wir als Bereicherung eines jeden Systems an und stellt aus unserer Sicht einen ersten Einblick in die gleichberechtigte deutsche Gesellschaft dar.

Da die Klientel der unbegleiteten und begleiteten minderjährigen Jugendlichen nicht nur die vorangegangene Flucht und die dadurch bedingten möglichen Traumata in sich birgt, sondern auch die Frage nach der möglichen Bleibeperspektive mitentscheidend ist für die perspektivische Arbeit mit den Jugendlichen, legen die MitarbeiterInnen der Wohngruppe besonders hohen Wert auf die Klärung dieser Frage und sind diesbezüglich erfahren und routiniert. Neben der eigenen Kompetenz auf diesem Gebiet, können sich die MitarbeiterInnen Unterstützung bei den Kooperationspartnern der Einrichtung einholen und sich z.B. mit den Experten der Fachstelle Integration des DRK beraten. Auch der Suche nach Verwandten wird durch die MitarbeiterInnen u.a. mit Hilfe des DRK Suchdienstes nachgegangen, wobei immer eine enge Zusammenarbeit und ein guter Austausch mit dem verantwortlichen Jugendamt und dem zuständigen Vormund stattfinden. Auf diese Weise versuchen die MitarbeiterInnen der Wohngruppe eine maximale Klärung der Bleibeperspektive und der Familiensituation zu erreichen und versuchen ebenfalls, wenn möglich, Kontakt mit den Eltern der Jugendlichen aufzunehmen und diese nach Möglichkeit in den Erziehungsprozess miteinzubeziehen (über Skype, Facebook oder andere Medien).

Primäres Ziel der Wohngruppe ist es den Jugendlichen die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu ermöglichen und den Jugendlichen die Unterschiede zwischen ihrer eigenen Kultur und der Kultur ihrer neuen Lebenswelt zu verdeutlichen, damit sie sich bestmöglich integrieren können. Zum Zwecke des integrativen Verständnisses finden außerdem in etwa halbjährlichen Abstand verpflichtende Fortbildungen / Workshops für alle Jugendlichen im Bereich der politischen Bildung statt, welche von speziell dafür ausgebildeten MitarbeiterInnenn der Einrichtung ausgerichtet werden. In diesen Fortbildungen werden den Jugendlichen nicht nur die Unterschiede zwischen den politischen Systemen ihrer Heimatländer und dem deutschen System verdeutlicht, sondern vor allem auch aufgezeigt und verdeutlicht, welchen Stellenwert die Gleichberechtigung unter den Geschlechtern und den verschiedenen Sexualitäten und Religionen in Deutschland einnimmt. Gleichzeitig wird den Jugendlichen aufgezeigt, welche Verhaltensweisen in Deutschland zu Irritationen oder gar Sanktionen führen können, obgleich sie in ihren Heimatländern vielleicht normal und alltäglich erscheinen. Auf diese Weise, geben wir den Jugendlichen auch einen ersten und wichtigen sexualpädagogischen Einstieg, welcher in der Folge im täglichen Miteinander und durch Sexualaufklärungsworkshops des Gesundheitsamtes vertieft wird. Die in diesem Zusammenhang ebenfalls regelmäßig stattfindenden Workshops und Aktionen im Sinne des Umweltschutzes und Gesellschaftstrainings z.B. beim Aushelfen bei der Tafel, sollen dabei zusätzlich dazu beitragen eventuell bestehende Illusionen von einem Leben in Deutschland auszuräumen und die Wahrnehmung der Jugendlichen zu relativieren und realistisch zu prägen. Dabei nimmt der Integrationsprozess einen wichtigen und großen Teil der täglichen Arbeit in der Wohngruppe ein und wird den Jugendlichen in seinen unterschiedlichen Formen im Alltag auch durch die MitarbeiterInnen der Wohngruppe vorgelebt.

Durch das feste, allgemeingültige Regelwerk, die feste Wochenstruktur und sich wöchentlich wiederholende Aktivitäten, wird den Jugendlichen ein sicherer Rahmen generiert, der ihnen ermöglicht sich in Verbindlichkeiten zu üben und diese auch von ihren Mitmenschen einzufordern. So ist nicht nur das wöchentliche Schwimmen ein fester Bestandteil der Wochenstruktur, sondern auch ein festgelegter Tag zum Aufräumen und Putzen des eigenen Zimmers, mit gleichzeitiger Übernahme allgemeindienlicher Aufgaben wie dem Mülldienst. Neben der verbindlichen Struktur, zeigen sich auch die einzelnen MitarbeiterInnen der Wohngruppe als verbindliche Ansprech- und Erziehungspartner und begleiten die Jugendlichen sowohl durch gute als auch durch schwierige Phasen ihres Lebens. Dabei lassen sie die Jugendlichen spüren, dass sie so wie sie sind angenommen werden und jeder als das Individuum gesehen wird, welches er ist.

Die schulische und berufsbegleitende Begleitung der Jugendlichen ist für die MitarbeiterInnen der Wohngruppe selbstverständlich und eine Anbahnung an das Berufsleben wird durch die Anbahnung von Praktika in Absprache mit der jeweiligen Schule ermöglicht und gefördert.

Wenn aus Sicht aller Beteiligten Entscheidungsträger die vereinbarten Ziele erreicht scheinen, können sich verschiedene Anschlussmaßnahmen an die Wohngruppenunterbringung anschließen. So ist u.a. eine Begleitung in das sozialpädagogisch betreutes Wohnen oder auch in eine ambulante Betreuung der DRK Sozialen Dienste im Kreis Coesfeld gGmbH denkbar und in Absprache mit den zuständigen MitarbeiternInnen der Jugendämter durchführbar.

Die Schwerpunkte der Arbeit in der Wohngruppe sind:

  • Förderung der lebenspraktischen Fähigkeiten
  • Durchführung und Entwicklung von Integrationsprogrammen (Workshop politische Bildung, Umwelt- und Gesellschaftstrainings, etc.)
  • Festigung der sozialen und emotionalen Entwicklung
  • Verarbeitung der Fluchterfahrungen (z.B. Herstellung und Begleitung therapeutischer Settings)
  • Anbindung an Vereinswesen
  • Deutsch als Zweitsprache durch speziell geschulte Mitarbeiter als Teil der Integrationsförderung
  • Klärung der Bleibeperspektive

Zusatzleistungen:

Die Durchführung eines Clearingverfahrens ist im System der Wohngruppe nicht integriert, sondern wird nur im Bedarfsfall als Zusatzleistung durch die DRK-Soziale Dienste gGmbH im DRK Kreis Coesfeld angeboten. Das Clearingverfahren wird von erfahrenen MitarbeiterInnen der Einrichtung durchgeführt und über Fachleistungsstunden abgerechnet. Das Clearingverfahren orientiert sich dabei an dem „Leitfaden zur Umsetzung des vorläufigen Verfahrens zur Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen“ vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und an der „Handreichung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen“ des LWL und LVR. Dabei ist es Ziel des Clearingverfahrens ein möglichst genaues Bild des Jugendlichen und seiner bisherigen Sozialisation und Erfahrungen vermitteln zu können, um den Jugendhilfebedarf festzustellen und die geeignetste Jugendhilfemaßnahme ermitteln zu können.

Ansprechpartner:


 

Arne Espeter

Fachbereichsleitung

Tel:    02541 9442-701
A.Espeter(at)DRK-COE.de


 

Birgit Poschmann

Einrichtungssleitung

Tel:    02541 9442-700
B.Poschmann(at)DRK-COE.de